Erfahrungsberichte

Neuer Erfahrungsbericht: Eco-Vent-Anlage 9,9 kW – seit 2009 in Betrieb

Martin Baumgartner, Windradstandort Stadt Haag, NÖ, berichtet:

Nach langjährigem Interesse für alternative, umweltschonende Energieformen habe ich mich im Jahr 2009 dazu entschlossen, selbst eine Windkraftanlage aufzustellen.

Für meinen Betrieb benötigte ich jährlich ca. 30 000 kWh Strom, durch die Aufstellung einer eigenen Anlage erhoffte ich mir, einen Teil der dadurch anfallenden Stromkosten zu sparen.

Nach langer Suche nach einem geeigneten und erprobten Anbieter, entschloss ich mich für eine Anlage ECOVENT 10 (ausgelegt für 9,9 kW) der Firma Hoffmann & Partner in Tulln.

Im Mai 2009 stellte ich ein Ansuchen an die Gemeinde, das sofort vom Bürgermeister befürwortet wurde. Der nächste Schritt war die naturschutzbehördliche Bewilligung der Bezirkshauptmannschaft Amstetten, die ich nach der Standortprüfung ohne Probleme bekam.

Danach wurde die NÖ Landesregierung eingeschaltet, die meine geplante Anlage als Ökostromanlage anerkannte. Auch bei der EVN erfolgte die Anerkennung als Ökostromanlage.

Leider ging dies nicht so problemlos vonstatten und dieser Schritt dauerte drei Monate – dadurch verzögerte sich die Bestellung der gesamten Anlage.

Mitte August erfolgte die Fertigstellung des Fundamentes (ca. 13 m³ Beton).

Der verzinkte Mast mit der Höhe von 18m wurde kurz danach geliefert und laut Vorschreibung der Bezirkshauptmannschaft grün lackiert. Anschließend wurde die Elektroinstallation vorgenommen. Den Arbeitsvorgang des Zusammenbaus (des Mastens) erledigte ich selber. Am 18. September 2009 erfolgte die Anlieferung der Kanzel, die auch von Mitarbeitern der Erzeugerfirma montiert wurde.

Seit 15 Uhr dieses Tages ist meine Windkraftanlage in Betrieb.

Überschüssige Energie, die momentan für meinen landwirtschaftlichen Betrieb nicht vonnöten ist, wird der Firma OeMAG (Abwicklungsstelle für Ökostrom AG) für ca. 9,5 Cent verkauft.

Daten und Fakten:

Jänner 2010: 1 250 kWh

Februar 2010: 870 kWh

März 2010: 1 680 kWh

April 2010: 800 kWh

Mai 2010: 1 350 kWh

Juni 2010: 550 kWh

Juli 2010: 1 050 kWh

August 2010: 950 kWh

September 2010: 800 kWh

Oktober 2010: 1 000 kWh

November 2010: 1 300 kWh

Dezember 2010: 2 050 kWh

Jänner 2011: 1 450 kWh

Februar 2011: 1 850 kWh

März 2011: 1 000 kWh

Bis zum heutigen Tag (24.4.2011) hat meine Windkraftanlage in 19 monatiger Laufzeit insgesamt über 22 000 kWh störungsfrei produziert.

Fazit:

Für meinen Betrieb war die Anschaffung einer eigenen Windkraftanlage eine große Stromkostenersparnis und ich bin begeistert von der Leistung, die diese bringt.

Ich kann die Entscheidung für eine eigene Windkraftanlage aufgrund meiner positiven Erfahrung nur weiterempfehlen!

Eco-Vent-Anlage 9,9 kW – im Betrieb seit Mai 2009

Gerlinde u. Leopold Lainerberger berichten:
Unsere Anlage steht in Seitenstetten (Mostviertel)  auf einer Seehöhe von ca 350 m.
Wir brauchten dafür eine naturschutzbehördliche Bewilligung von der BH-Amstetten, was kein Problem war. Weiters benötigten wir eine Bauanzeige bei der Gemeinde.
Es ist zwar nicht gerade eine Spitzen-Windgegend, wir sind aber mit dem Jahresertrag doch recht zufrieden.
Wir können eigentlich hier jede Windrichtung ausnützen und haben daher im Jahr 2010 ca. 9500 Kwh damit erzeugt – siehe Grafik. (Anmerkung der Redaktion: Damit leistet die Anlage fast 1.000 Volllaststunden, was für eine kleine Windkraftanlage schon sehr beachtlich ist).


Der Mast hat eine Höhe von 20 Meter und ist ein Rohrmast den man mit einem Hydraulikzylinder umlegen und aufstellen kann.
Die Anlage steht ca. 50 m vom Haus entfernt und dadurch ist auch der Lärm und der Schattenwurf nicht störend.

Mit der Anlage erfolgt eine Überschusseinspeisung mit der EVN.
Ein Abnahmevertrag wurde mit der ÖMAG 2009 abgeschlossen weshalb wir leider nur 7,53 C/Kwh bekommen.
Die Baukosten beliefen sich auf ca. € 45.000, wobei soviel wie möglich von uns mitgearbeitet wurde.
Wir haben eine Landwirtschft, einen Energieverbrauch von ca 22.000 kWh/Jahr und können daher ca. 53 % der von der Winkraftanlage erzeugten Energie selber verbrauchen. Unser Energieverbrauch wird seither bestmöglich nach dem Windrad ausgerichtet.
Durch die doch hohen Anschaffungskosten und dem extrem schlechten Einspeisetarif für kleine Windkraftanlagen wird auch bei uns diese Anschaffung immer mit einem teuren Autokauf verglichen. Wir hoffen, daß bei solchen Kleinwindkraftanlagen auch ein Einspeisetarif in Höhe der Photovoltaik eingeführt wird. Dadurch wären solche Anlagen noch viel Interessanter und wesentlich wirtschaftlicher.

Es ist immer wieder ein faszinierender Anblick, wenn man beim Fenster hinausschaut und das Windrad dreht sich.
Wir sind sehr glücklich mit der Anlage und würden Sie wieder kaufen.

Link zum Anlagenhersteller:
http://www.hoffmann-partner.at/index_w.html

Ein Jahr Messbetrieb mit einer 200 Watt Hauswindanlage in Wien:

Über Kleinstwindanlagen auf Hausdächern gibt es verschiedenste Behauptungen und Meinungen aber kaum Fakten und Messergebnisse. Fam. Söllinger in Wien wollte es wissen, hat ein Jahr lang den Ertrag einer Kleinstwindanlage genau aufgezeichnet und ihn den Windmessdaten vor Ort samt ALWIN-Ertragsprognosen gegenübergestellt.

Das Windaufkommen im 2. Bezirk in Wien ist laut Windatlas der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik vergleichsweise gut. Das Windrad war in 28 m Höhe aus allen Himmelsrichtungen frei anströmbar montiert. Trotzdem waren die Strömungsverhältnisse (Turbulenzintensität um 25%) und die gemessenen Windgeschwindigkeiten über den Dächern alles andere als optimal.

Dementsprechend ernüchternd war das Ergebnis:
Laut Prognose hätte der spezifische Ertrag zumindest 74,5 KWh pro m2 Rotorfläche betragen sollen. Aufgrund der Turbulenzen wurden es nur 21,3 gemessene KWh pro m2 Rotorfläche und Jahr.

Details zur Hauswindanlage der Fam. Söllinger entnehmen Sie dem folgenden ausführlichen Erfahrungsbericht: Wienrad-Doku (C) Helmut Söllinger

Näheres zur Fam. Söllinger finden Sie  unter: www.energieprofi.org

2,5 kW Anlage Antaris im östlichen Weinviertel
Der Betreiber hat massive Probleme bei der Aufstellung der Anlage. Die Gemeinde verlangt für den 21 Meter Mast ein naturschutzrechtliches Gutachten und ein statisches Gutachten. Der Betreiber spricht von Amtswillkür und es ist fraglich ob er die Anlage überhaupt aufstellen kann.
Geschätzte Kosten ohne Montage: ab rund EUR 20.000,00

2,5 kW Anlage Antaris Ostkärnten
Der Betreiber hat schlechte Windverhältnisse und auch vor der Aufstellung keine Windmessung veranlasst. Daher beträgt der Energieertrag pro Jahr nur ca. 400 kWh. Der Mast hat eine Höhe von 15 Meter und der Rotor hat einen Durchmesser von 3 Meter. Es gibt jedoch keine Probleme mit Lärm und Schattenwurf.

9,8 kW Anlage Aircon Warnungs/Waldviertel
Aufgrund der Engpassleistung von 9,8 kW der Anlage gab es keine Probleme mit der niederösterreichischen Flächenwidmung. Der Mast hat eine Höhe von 30 Meter und durch die guten Windbedingungen werden pro Jahr zwischen 8.000 bis 10.000 kWh erzeugt. Die Anlage ist 30 Meter vom Haus entfernt, der Lärmpegel ist laut dem Betreiber nicht störend. Bei starkem Wind wird das Geräusch vom Umgebungslärm überlagert. Der Betreiber betrachtet die Anlage nicht nur ökonomisch, da die Installationskosten doch beträchtlich sind. Zitat: „Andere kaufen sich einen Mercedes, der nach 3 Jahren nichts mehr wert ist und ich kauf mir eine Kleinwindkraftanlage“. Der Betreiber rät den Schattenwurf zu beachten, da seine Anlage schon eine gewisse Größe hat. Mit der Anlage erfolgt eine Überschusseinspeisung mit der EVN. Der Vertrag wurde mit der ÖMAG abgeschlossen.

Geschätzte Kosten ohne Montage: mindestens EUR 70.000,00

Erfahrungsberichte erwünscht
Sie haben Erfahrungsberichte mit der Kleinwindkraft? Wir freuen uns auf Ihr Wissen. Einfach ein Mail an kleinwindkraft@igwindkraft.at

Advertisements

%d Bloggern gefällt das: